Austausch mit der Polizeiinspektion Nienburg: Praxis zeigt Handlungsbedarf

26. März 2026

Wie steht es um die Einsatzfähigkeit der Polizei im ländlichen Raum? Welche Herausforderungen prägen den Arbeitsalltag vor Ort – und wo besteht politischer Handlungsbedarf? Mit diesen Fragen hat sich unserer heimischer CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Frank Schmädeke bei einem ausführlichen Gespräch in der Polizeiinspektion Nienburg beschäftigt.

Gesprächspartner waren der Leiter der Polizeiinspektion, Stefan Schara, sowie die Polizeihauptkommissare Abel und Daniel Jahn. In offener Atmosphäre wurde ein umfassender Einblick in die aktuelle Situation der Polizei im Landkreis Nienburg und im Bereich Schaumburg gegeben.

Wachsende Aufgaben bei begrenzten Ressourcen

Ein zentrales Thema war die personelle Entwicklung. Zwar werden Abgänge grundsätzlich ersetzt, gleichzeitig verschiebt sich Personal zunehmend aus der Fläche in städtische Bereiche. Für den ländlichen Raum bedeutet das: weniger Kräfte vor Ort bei gleichbleibenden oder steigenden Anforderungen.

Hinzu kommt eine stetige Ausweitung der Aufgaben. Neue Themenfelder, zusätzliche Zuständigkeiten und spezialisierte Bereiche binden Personal, das im täglichen Einsatz fehlt. „Wenn immer mehr Aufgaben hinzukommen, ohne dass andere wegfallen, gerät das System unter Druck“, fasste Schmädeke seine Eindrücke zusammen.

Hohe Belastung im Arbeitsalltag

Die Gesprächspartner schilderten eine dauerhaft hohe Arbeitsbelastung. Insbesondere in angespannten Zeiten – etwa in den Sommermonaten – stoßen Dienststellen an ihre Grenzen. Teilweise müssen Prioritäten gesetzt werden, um den Streifendienst aufrechterhalten zu können.

Auch der steigende bürokratische Aufwand wurde deutlich angesprochen. Dokumentationspflichten, Schulungen und zusätzliche Vorgaben kosten Zeit, die im operativen Dienst fehlt. Gleichzeitig bringen neue IT-Systeme nicht immer die erhoffte Entlastung, sondern führen zunächst zu zusätzlichem Aufwand.

Gute Ansätze stoßen an Grenzen

Im Gespräch wurde auch deutlich, dass es vor Ort durchaus pragmatische Lösungsansätze gibt – etwa zur Entlastung bei bestimmten Einsatzlagen. Diese scheitern jedoch häufig an rechtlichen oder organisatorischen Vorgaben auf übergeordneter Ebene.

Aus Sicht der Polizei fehlt es teilweise an ausreichend Rückkopplung zwischen Praxis und Entscheidungsebene. Erfahrungen aus dem Alltag müssten stärker in politische und administrative Prozesse einfließen.

Klare politische Schlussfolgerungen

Für Dr. Frank Schmädeke ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: „Wer die Polizei stärken will, muss sich an den realen Bedingungen vor Ort orientieren. Es geht nicht nur um Personalzahlen, sondern um Prioritäten, Strukturen und praktikable Lösungen.“

Konkret sieht er Handlungsbedarf beim Abbau von Bürokratie, bei einer realistischen Bewertung neuer Aufgaben sowie bei einer stärkeren Einbindung der Praxis in Entscheidungsprozesse. Ziel müsse es sein, die Einsatzkräfte spürbar zu entlasten und ihre Arbeit effizient zu unterstützen.

Wertschätzung für den Einsatz vor Ort

Bei allen Herausforderungen wurde im Gespräch eines deutlich: Die Polizei leistet im Landkreis Nienburg und darüber hinaus täglich engagierte und professionelle Arbeit. Dieses Engagement verdient nicht nur Anerkennung, sondern auch die passenden Rahmenbedingungen.

Schmädeke dankte den Gesprächspartnern für den offenen Austausch und kündigte an, die gewonnenen Eindrücke in seine Arbeit im Niedersächsischen Landtag einzubringen.

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